Die 1000-jährige Eiche -

Wahrzeichen des Dorfes

Den einstmals großen Bekanntheitsgrad verdankte Göstrup der »1000-jährigen Eiche«, die ein beliebtes Ausflugsziel in der Region war und von vielen Ausflugsbussen angesteuert wurde - ein einträgliches Geschäft für das Dorfgasthaus. Die „stärkste Eiche in Lippe” mit einem unteren Umfang von 17 Metern (!) und einem Stammumfang von 9,80 Metern galt als einmaliges Naturdenkmal, als Symbol für urwüchsige Kraft und uralte „germanische” Geschichte. Nach dem 2. Weltkrieg versiegte nicht nur der Besucherstrom, sondern auch die Lebenskraft des mächtigen Baumes auf Lüdekings Hof. Das morsche Astwerk wurde zusehends zur Gefahr für die Hofbewohner. Schließlich war das Ende unabwendbar: Am Mittwoch, 27. Januar 1957 wurde die Eiche gefällt. Dass neben der Presse sogar das Fernsehen über dieses Ereignis in der Tagesschau berichtete, unter­streicht die überregionale Bedeutung des einmaligen Naturdenkmals.

Lokalreporter August Schröder schilderte das Geschehen in der Lippischen Rundschau in bewegten Worten: „Mittwoch, 13.33 Uhr! Die Seilwinde der Zugmaschine setzt sich in Bewegung. Ein Krachen und Ber­sten erfüllt den Hof Lüdeking. Ein große Staubwolke aufwirbelnd, schlägt der alte Recke auf den hart gefrorenen Boden. Das waren die letzten Minuten der tausendjährigen Eiche. Kein Göttermythos versuchte sie zu retten. Als Brennholz wird sie ihre tausendjährige Geschichte beenden. Von nah und fern waren die Freunde der alten Eiche, die ihnen oftmals als Ausflugsziel diente, zu dieser Todesstunde herbeigeeilt .... Etwas abseits aber stand das Hofbesitzerehepaar Lüdeking mit Sohn und Hofhund »Rolf«. Der Sturz der Eiche nahm ein Stück Ahnengeschichte mit”.

Viele Sagen und Legenden ranken sich um die uralte Eiche. Hier wurden die Bauern-Femgerichte abgehalten. Über Jahrhunderte war sie der „Hochzeitsbaum”, unter dessen rauschenden Blattwerk zarte Ehebande geknüpft wurden. An Winterabenden erzählten die Alten oft die schaurige Geschichte von den drei Rittern, die im Schatten der Eiche den Tod erlitten, weil sie einem Gelübde untreu geworden waren. Die Eiche hat viele Menschengeschlechter kommen und gehen sehen, war Mittelpunkt und Wahrzeichen des Dorfes. Dessen war sich die Dorfgemeinschaft sehr wohl bewusst. Der mächtige Eichenstumpf wurde an anderer Stelle in der Ortsmitte aufgestellt und diente weiterhin als Wahrzeichen, sogar auf dem Wappen der ehemaligen selbständigen Gemeinde. Schließlich nutzten alle Sanierungsbemühungen nichts mehr. 2010 wurde der marode Stumpf entfernt. Viele Göstruper sicherten sich Teile des Stammes und so wird die 1000-jährige Eiche, einstmals der ganze Stolz des Dorfes, zumindest in Einzelteilen noch viele Jahre überdauern.

Die Dorfwirtschaft Bökemeier (um 1915) verdiente gut am »Eichengeschäft«.

Der Eichenstumpf (1993) war bis 2010 das Göstruper Wahrzeichen

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Ein bekanntes und beliebtes Ausflugsziel: Die »stärkste Eiche« Lippes um 1930.

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Dass ein WDR-Kamerateam zur Fällung anreiste, macht deutlich, wie bekannt die Göstruper Eiche war.

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