Der Büchsenwulf - Grausen und Schrecken im Siek

Der „Büxenwulf” ist heute nur noch wenigen Menschen vom Hörensagen bekannt, aber im 19. Jahrhundert und teilweise sogar bis Mitte des 20. Jahrhunderts war er im Volks(aber)-glauben Realität. Besonders arg trieb es dieser Unhold in Bremke und hier im Gersiek. In dunklen Wäldern und Wegen lauerte das gespenstische Wesen und erregte durch Schaudern erregendes Krächzen, unheimlich durch die Nacht gellendes Schreien und dumpfes Stöhnen selbst bei den standhaftesten Männer Entsetzen und Grauen.
Keiner sah die riesige „Kreatur“ je von vorn, immer sprang sie, umhüllt vom schwarzen Dunkel und schauervollem Schweigen des Waldes, den verspäteten Wanderer von hinten an und umklammerte das Opfer mit Riesenkräften so fest, dass niemand das haarige Wesen abschütteln konnte. So lange quälte der Büxenwulf den von Grauen und Angst gepackten Wandersmann, bis er kraftlos und erschöpft zu Boden sank. Dann plünderte er ihn aus und ließ ihn ohnmächtig liegen. So erzählt es die Überlieferung.
Man darf davon ausgehen, dass die späteren Büxenwulf-Geschichten meist auf das üble Treiben junger Burschen zurück gehen, die sich einen Spaß daraus machten, ihre abergläu-bischen Mitmenschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Überliefert ist, dass in einer lauen Sommernacht, unweit dieser Stelle, ein kräftiger Meierberger Bauersmann den Spieß umdrehte, den „upgehuckten“ Büxenwulf auf seinem Rücken festhielt, nach Hause trug und auf die heiße Herdplatte setzte. Dem Vernehmen nach soll diese Prozedur höchst wirkungs-voll gewesen sein. Dem „Möchtegern-Büxenwulf“ ist jedenfalls die Lust auf weitere Späße dieser Art gründlich vergangen.                                                                              Text Hans Böhm

So stellten sich die Menschen im ausgehenden Mittelalter das grausige Wüten eines Werwolfes vor. So schlimm trieb es der Extertaler Büxenwulf nicht. Zu Tode kam durch seine Attacken keine Menschenseele.

                                           (Holzschnitt von Lucas Cranach, 1512

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