​​Am Abend des 30. April 1945, am Gründonnerstag, läuteten die Kirchenglocken. Die Panzerspitzen der Alliierten hatten den Hang des Teutoburger Waldes bei Werther erreicht. Am darauf folgenden Tag drangen sie in den Raum Lippe ein. An diesem Tag baute der Volkssturm, der aus Veteranen und Hitlerjugend bestand, zwei Panzersperren am Almenaer Friedhof. Zugleich wurden Panzerfäuste ausgegeben.

Wie die anderen Orte in unserem Bereich wurde am 4. April nachmittags auch Almena kampflos besetzt. Bürgermeister Siek und die bekanntesten Nazis hatten zuvor Almena fluchtartig verlassen und sich in Bistrup versteckt. Der Leiter der Volkssturmabteilung, Simon Frevert, ließ die Panzersperren gar nicht erst schließen, um das Dorf nicht in Gefahr durch alliierten Beschuss zu bringen. Der Volkssturm trat zum Kampf nicht an. Auf den Rat des Ortsbauernführers Wilhelm Sandmann hin blieb auch die Hitlerjugend zu Hause. Inzwischen hatten viele Almenaer alle  möglicherweise belastenden Gegenstände eingegraben oder auf ​andere Weise versteckt und Bettlaken als »weiße Fahnen« zum Zeichen der Kapitulation an ihren Häusern befestigt.​

Am Nachmittag schließlich erschienen ein Jeep und ein Panzerspähwagen. Ein Warnschuss wurde abgegeben, der das Eckhaus Nr. 31 traf. Da die Autoritäten des Dorfes entschwunden waren, wurde Posthilfsstellenleiter Friedrich Korf geholt und in seinem Beisein das Bürgermeisterbüro in Nr. 28 beschlagnahmt. Siek wurde natürlich sofort abgesetzt. Damit war Almena auch formell unter Militärverwaltung gestellt. Die beiden Fahrzeuge fuhren weiter nach Fütig, wo einige deutsche Soldaten auf sie schossen. Bei dem kurzen Gefecht wurde ein Pferd getötet.
Am nächsten Tag durchfuhr eine große Panzerkolonne unser Dorf. Sie gehörte zur zweiten US-Panzerdivision und war auf dem Weg nach Hameln. Die Fahrzeuge fuhren eine ganze Nacht hindurch unter großem Lärm durch unser Dorf und entfernten sich durch das Meierberger Siekbachtal.

Die Almenaer Dorfchronik berichtet über diesen Tag unter anderem:​

Der obere Schützengraben .

„Denkmal" für die ersten Patensteigkids.  

Die unteren Schützengräben.         

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„Geheimer Kinderpfad"      

„Geheimer Kinderpfad"      

Schützengräben im Gersiek

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wollten im Gersiektal »an der Heimatfront« einige junge von der Propaganda verblendete Meierberger, 16, 17 Jahre alt (so genannte »Wehrwölfe«) mit ein paar Gewehren amerikanische Panzer abwehren, falls sie die Gersiekstraße herauf kommen sollten. Ein besonnener älterer Meierberger brachte die Heißsporne aber rechtzeitig zur Vernunft. Er trieb sie mit der Peitsche aus den Gräben - so ist es glaubhaft überliefert. Und das war gut so, denn die Panzer kamen tatsächlich. Über Lüdenhausen, Almena, Gersiek, Meierberg und Goldbeck rückten sie in Richtung Hameln vor. Ausgehoben wurden die Gruben schon vorher  vom »Volkssturm«.
Weitere besser erhaltene und ausgedehntere Schützengräben wurden am Steilhang weiter unten im Tal angelegt - zu erreichen über den „geheimen Kinderpfad".  Text und Fotos Hans Böhm

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