Vier Steine am Weg - Die vier verfluchten Räuber

Vor einigen Hundert Jahren war der Weg durch die Rickbachschlucht, der heute noch in den Landkarten als Römerweg eingetragen ist, eine wichtige Verbindungsstraße zwischen den Bergdörfern und dem Tal der Exter. Bis in die 1950er Jahre wurde er als Fahrweg genutzt. In der Rickbachschlucht lauerten hin und wieder Räuber auf leichtfertige Reisende. Meist erschlugen sie ihre Opfer und verscharrten sie im dichten Wald.  
Eines späten Abends im November des Jahres 1629 zog ein altes Kräuterweib, tief gebeugt vom Alter, durch das Tal. Ihre einzige Habe war eine kleine Kiepe mit Kräutern. Die vier Räuber sahen wohl, dass hier keine Beute zu machen war. Dennoch versperrten sie der Alten aus reiner Boshaftigkeit und blanker Mordlust den Weg. Deren Flehen und Bitten um Schonung verhallte ungehört. Die Männer schlugen das Kräuterweib zu Boden und malträtierten sie mit Stöcken. Kein Mensch vernahm in der einsamen Wildnis der Schlucht ihr Schreien.
Kein Mensch - wohl aber der Wassergeist, der sich den Wasserfall als Wohnstatt auserkoren hatte. Es war eine Vollmondnacht, und nur in diesen können bestimmte Naturgeister als schemenhafte Gestalten aktiv werden. Der Wassergeist war erzürnt über die schändliche Störung und kam herbei, um die Ursache zu ergründen. Als die Räuber der grausigen Erscheinung ansichtig wurden, überfiel sie ein gewaltiger Schrecken. Dennoch schlugen und stachen sie ohne zu zögern auf die durchschei-nende Gestalt ein. Das versetzte den Geist in flammende Wut. Er bestrafte die vier Männer mit einem mächtigen Fluch und verwandelte sie in vier Steine.
Das Kräuterweib ließ er unbehelligt. Die brachte die Geschichte von ihrer wunder-samen Rettung unter das Volk und so wurde sie zur Sage. Danach sind vier Räuber immer noch in den Steinen gefangen. Und alle vier Jahre in der November-Vollmond-nacht sollen sich ihre Geister erheben, um den Wassergeist um Gnade anzuflehen. Bis heute ohne Erfolg. Wer weiß, vielleicht werden sie eines Tages erhört -  voraus-gesetzt, das magische Wesen haust noch im Wasserfall. Aber wer traut sich, das in der Geisternacht im November zu ergründen ....                                    Text Hans Böhm

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