Silixer Flurnahmen

In früheren Jahrhunderten erhielten alle Wälder, Felder, Wiesen, Bäche, Täler und sonstige Landschaftsbestandteile einen Namen. Diese Bezeichnungen waren früher allen Dorfbewohnern geläufig, heute sind die meisten fast in Vergessenheit geraten. Worauf die Flurnamen zurückgehen, ist nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich. Einige Infotafeln an der Wilddiebsroute geben dazu Erläuterungen.

Der Diestelkamp

Dieses Gelände, früher auch „Hagensiekskamp" genannt, wurde im 17. Jahrhundert von den Besitzern der Hausstelle Silixen Nr. 29 (Diestelmeier) gerodet. Es war Bestandteil des damals der Stadt Rinteln gehörenden „Silixer Hagens" und nach der Rodung war ein jährlicher Rottzins an die Stadt Rinteln in Höhe von 18 Groschen zu entrichten.

Silixer Feld - Friedenstal

Dieses Gebiet gehörte zur Gemeinde Krankenhagen und damit zu Niedersachsen. Die Ländereien befanden sich aber im Besitz von Silixer Bauern und so kam es 1971 zu einem Grenzänderungs-Westfalen und Niedersachen, in dem u. a. die Grenze zwischen den beiden Bundesländern so weit nach Norden verlegt wurde, dass die Äcker der Silixer Bauern weitgehend auch zur Gemeinde Silixen gehörten. Schon seit Ende des 15. Jahrhunderts gab es Grenzstreitigkeiten im Raum Silixen-Krankenhagen zwischen Lippe und Schaumburg, die erst 1669 beigelegt werden konnten (siehe auch die Grenzsteine an der Wilddiebsroute). Ursprünglich befand sich hier ein großes, geschlossenes Waldgebiet im Besitz des Klosters Möllenbeck, das Mönkeholz (Möncheholz). Gerodet wurde in diesem Teil des Silixer Feldes in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Flurnamen wie „Vor dem Mönkeholz", „Großer und kleiner Holzkamp" oder „Wulfs Rott" erinnern an diese Zeit. Um 1925 wurde in diesem kleinen Tal die Ausflugsgaststätte „Friedenstal" eingerichtet. Sie bestand bis Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre und gab dem Tal seinen Namen. Für die Lipper war das Silixer Feld bis 1971 „Ausland". Die lippischen Behörden hatten hier keine Befugnisse und manche Silixer nutzten die Grenzlage bei Auseinan-dersetzungen mit den lippischen Staatsorganen. So kam es auch immer wieder zu „Holz-und Jagdfrevel".

Die Fillkuhle

Ein Abdecker wurde früher im Volksmund Filler genannt. Die Fillkuhle stand also in Zusammenhang mit der Abdeckerei in Silixen, die 1597 als Abdeckerei für das gesamte Amt Varenholz im Waldgebiet Schürenbusch (heute Bülter Weg Nr. 16 und 17) gegründet wurde. Die im und außerhalb des Dorfes angehäuften Tierreste erregten, wie aus Protokollen des Amtes Varenholz hervorgeht, die Einwohner Silixens sehr. Für den Abdecker bot sich eine Lösung jenseits der Landesgrenze an, die Fillkuhle. Dort wird er, unbehelligt von lippischen Staatsorganen, seine Abfälle entsorgt haben. Bis 1971 trennte am Nordrand des Dorfes die heutige Straße „Schierenbusch" Lippe und die Grafschaft Schaumburg bzw. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Der Potzdamer Platz

Am Potsdamer Platz im Heidelbecker Forst kreuzen sich mehrere Waldwege und der Volksmund gab dieser Kreuzung in Anlehnung an den berühmten Platz in Berlin seinen Namen. Grund: Der Potsdamer Platz in Berlin war bis zum Zweiten Weltkrieg mit seinen vielen sich kreuzenden Straßenbahn- und Omnibuslinien und einer der ersten Lichtzeichenanlagen auf dem Kontinent einer der verkehrsreichsten Plätze Europas.

Das Heidelbecker Holz

Das Heidelbecker Holz war als Lehen des Klosters Möllenbeck im Besitz der Herren von Westphalen aus Heidelbeck, die 1837 ihren gesamten Heidelbecker Besitz an den lippischen Staat verkauften. 1854 wurde die Hausstelle Silixen Nr. 18 auf eine gerodete Fläche im Heidelbecker Holz verlegt (jetzt Heidelbecker Str. 30). Zwischen 1878 und 1905 erwarben Neusiedler sämtliche Grundstücke des Tales, machten sie urbar und begründeten neun weitere Kolonate. Die Hausstellen gehörten teilweise zu Silixen, teilweise zu Heidelbeck. Bei der Gründung der Großgemeinde Extertal am 1. Januar 1969 wurden auch die bisher nicht zu Silixen gehörenden eingemeindet.

Die Schweinedrift

Dieser Weg - heute ein Fußweg - führte durch den Silixer Gemeinde-wald „Schürenbusch" zum Silixer Hagen. Über ihn trieb der Schweinehirte früher die Schweine zur Hude.

 

Silixer Landschaft, um die Schweinedrift herum, um 1861. Aquarell nach Zeiss.

Der Löffelbrink

Ein Brink ist eine ansteigende (Gras-)Fläche. Um 1570 wurde der Löffelbrink urbar gemacht. Er war ein Randstück des „Silixer Hagens". Der Silixer Hagen befand sich in dieser Zeit noch im Besitz des Klosters Möllenbeck, das ihn 1617 an die Stadt Rinteln ver-kaufte. Der Rottzins war deshalb zunächst an das Kloster, später jedoch an die Stadt Rinteln zu zahlen. Der Silixer Hagen wurde im Jahre 1827 von der Stadt Rinteln an die Gemeinde Silixen verkauft. Die damals 54 Stellenbesitzer verwalteten den Wald als gemein-schaftliches Eigentum zu ideellen Anteilen. Daraus entstand später die Hagengenossenschaft Silixen.

Das Wiesental

Das Wiesental, mit dem Bach Wemke, liegt am Nordrand der Flur „Kalinge", die sich ursprünglich im Besitz der Grafschaft Sternberg befand. Urbar gemacht wurde dieses Gelände um 1500. Hier befanden sich u. a. auch die Ländereien der Kötterstelle Silixen Nr. 23. Die Hofstelle lag an den heutigen Straßen Bülter Weg (Nr. 3 und 5) und Nüllerholzstraße (Nr. 6). Sie wurde 1869 ins Wiesental auf eine eigene Wiese verlegt.

Sülberg,  Pfefferberg und »Schwarzer Placken«

Die Erhebung vor dem Möllenbecker Wald zwischen einem namenlosen Bach im Norden und der Wemke im Süden trägt die Flurbezeichnung Sülberg (westlich) und Pfefferberg (östlich). Sie wurde am Ende des 16. Jahrhunderts gerodet. Die Bezeichnung Sülberg lässt sich von „Sul" (=Morast, sumpfiger Boden) herleiten. Der Name bedeutet also „morastiger Berg". Schwarzer Placken ist die Bezeichnung eines Waldstückes im Möllenbecker Wald, das sich nördlich der Straße Möllenbeck-Krankenhagen und des Friedenstals befindet. Es ist bereits in Landkarten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verzeichnet. Als Placken oder Plecken wird im Niederdeutschen eine flache, ebene, nicht zu große, besondere Fläche in einem Gelände bezeichnet. In dem genannten Waldgebiet könnte es einmal gebrannt haben - das Gelände war danach schwarz. Es entstand ein „Schwarzer Placken"

Der Ächternwald

Dieses im Dunkeln verborgene Waldgebiet wird Ächternwald genannt. Dieser Ausdruck war vor allem bei älteren Leuten immer wieder zu hören. Der Querweg (heute eine Forst-Abteilungslinie) wurde Vlothoer Weg genannt. Vielleicht aus mehreren Gründen: a) der Verbindungsweg der Ämter Sternberg und Varenholz oder b) als Transportweg zum Weserhafen nach Vlotho Genaue Angaben sind leider nicht bekannt. Man muss sich hier in das 16. bzw. 17. Jahrhun-dert versetzen. Verbindungswege wurden in dieser Zeit immer in höher liegenden Gebieten angelegt, um nicht in tieferliegenden Gebie-ten mit Pferd und Wagen im Sumpf oder Siek zu versinken.

Der Klöterbusch

Eine alte Flurbezeichnung, für die eine Erklärung nirgendwo auszumachen ist. Unstrittig hier am Klöterbusch sind die herrlichen Blicke auf Silixen, die Bergdörfer Rott und Wennenkamp, mit dem Ludwigsturm auf dem Rumbecker Berg, und Taubenberg.

Der Möllenbecker Wald

Der Möllenbecker Wald erstreckt sich über eine Fläche von rrund 650 Hektar. Dieser Wald ist Landeswald und wird vom Forstamt Oldendorf, der Niedersächsischen Landesforsten (A.ö.R.) bewirtschaftet. Er ist geprägt durch großflächige, herrliche Laubholzbestände. Vorherrschende Baumart ist die heimische Rotbuche. Die Waldwege, die den Wald für Forstwirtschaft und Erholungssuchende erschließen, werden von der Bevölkerung landläufig als „Hälse" bezeichnet. Vier Hälse sind bekannt: Die Lange-Wand-Straße, bildet den ersten und vierten Hals. Dazwischen liegt als zweiter Hals der sogenannte Wasserleitungsweg und als dritter Hals eine heute nur noch als Rückeweg genutzte Trasse. Ein Großteil des Waldes ist als „Alter Waldstandort" gekennzeichnet. Also als natürliches Waldgebiet, das in den vergangenen Jahrhunderten weder durch Rodungen noch durch Übernutzung zerstört worden ist. An mehreren Stellen weisen Hügelgräberauf frühzeitliche Besiedelung hin.

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Silixen alte Mühle um 1860