Die Hilgeneiche - Ein Heiliger Baum im Rehbent

Noch heute heißt ein Flurstück im Rehbent bei Bösingfeld „Hilgeneiche“, was auf hochdeutsch „Heilige Eiche“ bedeutet. Dieser Name entstand bereits im 15. Jahrhundert und hat sich bis heute erhalten, zumindest als Flurbezeichnung. Noch vor ein, zwei Generationen war die Eiche gut bekannt, heute ist diese Überlieferung fast vergessen.

 

Wie die Hilgeneiche zu ihrem Namen kam

Im Jahr 1424 wurde fast ganz Bösingfeld in einer Fehde zwischen den Schaumburgern und Lippern zerstört. Auch die alte Holzkirche ging in Flammen auf. Bösingfeld wurde nach und nach wieder aufgebaut, nur für die Kirche war kein Geld da. Und ohne Kirche sollte die Gemeinde noch viele Jahrzehnte bleiben. Was blieb den frommen Bösingfeldern anderes übrig, als sich zum Beten einen anderen Ort zu suchen. Ganz in der Nähe im Rehbent stand eine uralte Eiche. Sie hatte die Blüte ihres langen Lebens schon viele Jahre hinter sich, reckte ihre trockenen Äste aber immer noch empor und im Mai zeugten Jahr für Jahr einige grüne Triebe vom Lebenswillen des Baumveteranen. Das hatte große Symbolkraft für die Menschen. Im Inneren des hohlen, vier Meter dicken Stammes hing ein Marienbild. Ihm wandten sich die Bösingfelder nun zu und hielten hier ihre Andachten ab.

In dieser Zeit kursierten in und um Bösingfeld  die so genannten „Himmelsbriefe“. Das waren kleine beschriebene Zettel oder Bildchen, die wie vom Himmel gefallen schienen und zwischen  Moos und Heide gefunden wurden. Wer sie geschrieben hat – das ist bis heute ein Geheimnis. Sie waren dem Finder meist äußerst wertvoll und wurden sogar als Schutzamulett getragen. Vielleicht war auch das Marienbild in der Hilgeneiche ein solches „Himmelsbild".

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