Wie die Hohe Asch zu ihrem Namen kam

Egal ob im Volksmund, in der Literatur oder der Presse: Mal hört oder liest man »der« Hohe Asch, mal »die« Hohe Asch - und diese Namensverwirrung hält schon seit Jahrhunderten an. Wie heißt der Bösingfelder Hausberg nun eigentlich richtig? Vom Sprachgefühl her (»der« Berg) sind nicht wenige Einheimische und noch mehr Auswärtige der Überzeugung, es könne nur der männliche Artikel in Frage kommen. Sie liegen jedoch falsch. Es muss »die« Hohe Asch heißen - und das hat gute Gründe.

Im Jahr 1651 wird die Hohe Asch nach heutigem Kenntnisstand erstmals urkundlich erwähnt und zwar in einem Amtsschein der Grafschaft Sternberg, bei dem es um das Huderecht auf den Fluren Wettsteinsiek, Strang, Gramershof und „Hohenase“ ging. „Hohenase“ bedeutete nichts anderes als „hohe Äsung“ (hoch gelegener Weidegrund). Das Weidevieh wurde also auf „die Hohe Äsung“ getrieben. Hätte diese Nutzung noch Bestand, würde die Hohe Asch heute vielleicht die „Hohe Äse“ heißen und der am Berg entspringende Aschbach „Äsenbach“. In einer Beschreibung der „Fürstlich Lippischen Lande“ (Autor von Donop) von 1790 ist folgender Eintrag zu finden: „Der Hoheasch bei Bösingfeld ist ein kahler Berg. Die Ascher kommt unter dem Hoheasch hervor, fließt neben Bösingfeld vorbei in die Exter“. Die Hohe Asch war also vor 200 Jahren unbewaldet und diente offensichtlich als Weidefläche (Hude), was obige Erklärung der Namensherkunft untermauert.

Eine andere Deutung lieferte der Heimatchronist Friedrich Hilkemeier. Er meinte, dass der Name auf den Begriff „Eschen“ zurückzuführen sei. Wobei hier nicht die Baumart Esche Namensgeber sei. Vielmehr handele es sich um eine Flurbezeichnung, die zumindest zu Hilkemeiers Lebzeiten (um 1980) noch im Ravensberger Raum üblich gewesen ist. Damit wird eine langgezogene Feldflur bezeichnet, wie sie auch heute noch  auf der Hohen Asch vorzufinden ist. Die „Eschen“ (Feldfluren)

 

liegen hoch am Hang und wurden wohl im Sprachgebrauch als die „Hauge Asken“ bezeichnet, woraus sich dann im Hochdeutschen die Hohe Asch entwickelte

Denkbar ist auch, dass die Hohe Asch sich vom Aschbach herleitet, der hoch oben am Berg entspringt, dass also die Hohe Ache (Bach) dem Berg seinen Namen gab.

Die geheimnisvollste und schaurigste Version ist durch Elisabeth Kuhfuß überliefert. Ihr Vater erzählte in den 1950er Jahren den Kindern, dass der Berg aus dem Grunde die Hohe Asch heiße, weil hier früher Brandopfer dargebracht worden seien und die Asche der verbrannten Tiere (Men schen?) mit dem Wasser ins Tal gespült wurde. Deshalb heiße es nicht der Hohe Asch, sondern eben die Hohe Asch(e). Wer weiß, vielleicht ist da sogar was dran, denn eine steinzeitliche Kult- und Lagerstätte ander Aschequelle ist durch zahlreiche Funde nachgewiesen - und unsere Vorfahren waren nicht zimperlich, wenn es darum ging, ihre Götter gnädig zustimmen.

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