Eiszeit im Extertal - Die Herkunft der Findlinge

Entlang des Patensteiges finden sich immer wieder kleine und große Findlinge, insbesondere die Bachtäler und -schluchten weisen noch besonders große Brocken auf. Es ist heute Allgemeinwissen, dass die Steine im Verlauf einer »Eiszeit« aus Skandinavien ins Extertal transportiert wurden. Der Patensteig führt durch die Grundmoräne der Saalekaltzeit (auch Saaleglazial oder umgangssprachlich »Saaleeiszeit« genannt). Sie dauerte etwa von 230.000 bis 165.000 Jahre vor unserer Zeit. Die Saalekaltzeit, benannt nach dem gleichnamigen Elbezufluss, war die mittlere und mächtigste von drei großen Eiszeiten in Nordeuropa und dem nördlichen Ost-, Mittel- und Westeuropa. Die Vergletscherungen durch den skandinavischen Inlandeisschild erreichten hier ihre größte südliche Ausdehnung.

In unser Gebiet gelangten die Eismassen der Saaleeiszeit im Drenthestadium (210.000 bis 165.000 Jahre vor unserer Zeit). Das Eis durchströmte die Porta Westfalica und passte sich den vorhandenen Geländeformen an. Anhand von ortsfremden Gesteinen in der Grundmoräne lässt sich die weiteste Ausdehnung des Eises nachweisen. Die Vereisungsgrenze ist fast mit der 200 Meter-Höhenlinie identisch, das heißt, die Randberge des Extertales waren eisfrei. Bösingfeld war noch vom Eis bedeckt. Es erreichte aber nicht mehr den Buntenberg bei Asmissen. Die Eisdicke betrug bei Silixen maximal 120 Meter und nahm nach Süden hin ständig ab. Daher besaß das Eis auch nicht mehr die Kraft, das Relief (die Landschaft) formend zu beeinflussen. Eine Endmoräne fehlt, da nur das Obereis bis Bösingfeld vordrang. Das nordische Grundeis erreichte nur den Raum Almena-Fütig. Es lagerte im so genannten »Extertalbogen« nordische Geschiebe, das heißt, Gesteine aus Norwegen und Schweden, ab. In diesem Bereich konnten in den 70er Jahren über 4.700 Blöcke von über 40 Zentimetern Durchmesser (Findlinge) an der Oberfläche gezählt werden. Die bekanntesten Findlinge des Extertales sind der »Hexenstein« (siehe Infotafel am Patensteig) aus dem Gersiek bei Meierberg (heute Denkmal in Rinteln) und der Evastein bei Rohbraken. In den schmalen Seitentälern der Exter wurden viele weitere große Findlinge freigewaschen. Reliefgestaltend wirkte die Saaleeiszeit nur im nördlichen Extertal. Hier lagerten die Schmelzwasser im Raum Krankenhagen-Möllenbeck große Mengen Sand und Kies auf der vor der Eiszeit entstandenen Mittelterrasse der Weser ab. Diese Ablagerungen erreichen heute noch eine Höhe von ca. 60 Metern und werden an mehreren Stellen abgebaut.
Der Patensteig führt gänzlich durch die Ablagerungen des Extertalbogens. Hier im Gersiektal und im Rickbachtal sind Findlinge aller Größen gehäuft anzutreffen. Auch die Waldflächen haben da noch einiges zu bieten, während die offene Feldmark durch die Landwirtschaft ausgeräumt wurde. Die Beliebtheit der rundgeschliffenen Steine aus dem hohen Norden für die  Gartengestaltung hat in den vergangenen 30 Jahren leider dazu geführt, dass all zu viele Findlinge verschwanden. Die ganz großen wurden schon im Dritten Reich in benachbarte Orte abtransportiert, wo sie als Denkmäler aufgestellt wurden. Dazu zählen unter anderem der »Adolf-Hitler-Stein« in Barntrup (nicht mehr vorhanden) und der schon erwähnte »Meierberger Findling« (Hexenstein). Ein weiterer dicker Brocken, »gefunden« beim Pflügen auf der Meierberger Hochfläche im »Fahren« (1985), ziert nun den Meierberger Friedhof.                                                                                    Text und Fotos Hans Böhm

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So kann man sich das Vordringen der Eismassen in die Mittelgebirge vorstellen. Die Bergrücken ragten wie Inseln aus dem Eis. Vor dem Eispanzer entstanden Seen. Auch das obere Extertal  war sicherlich „geflutet“.

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Der Evasstein am Almenaer Berg ist der größte Extertaler Findling. Seinen Namen verdankt er  einer gewissen Ähnlichkeit mit einer liegenden Frau.                                                       

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​Der Nasenstein im Rickbachtal am Patensteig. Die Herkunft seines Namens ist nicht zu übersehen.                              

Der Saale-Eiszeit fällt in die Kulturstufe der Älteren Altsteinzeit (1.000.000 bis 10.000 v. Ch.). Seit dem 13. Jahrtausend (jüngere Altsteinzeit) vor unserer Zeit gibt es bei uns Nachweise von Menschen. Es handelt sich hierbei um Jägerschaften, die besonders auf Rentiere spezialisiert waren. Sie wohnten in Zelten und lebten vom Sammeln und Jagen.

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