Holzdiebstahl und Wilddieberei Silixen war bis in die 1930er Jahre ein Zieglerdorf. Ein großer Teil der erwerbsfähigen männlichen Bevölkerung musste sein Geld als Wanderarbeiter auf Ziegeleien außerhalb Lippes verdienen. 1910 wurden 131 Wanderarbeiter in Silixen gezählt und selbst 1923 war ihr Anteil an der männlichen Bevölkerung noch größer als 30 Prozent. Die meisten Ziegler lebten in den Wintermonaten, in denen der Betrieb auf den Ziege-leien ruhte, in der Heimat. Ein großer Teil davon versuchte in dieser Zeit irgendeine Arbeit zu finden, um auch etwas Einkom-men zu haben. Neben der Arbeit als Hausschlachter, als Drescher auf Bauernhöfen oder als Waldarbeiter, gab es aber nur wenige Möglichkeiten dazu. Wer ein eigenes Haus hatte, konnte sich dort nützlich machen und in allen Haushalten war Brennholz für den Ofen zu beschaffen. Hier boten sich die Wälder rund um Silixen an: Der Silixer Hagen (damals im Besitz von 53 Silixer Haus-stellen (Colonaten)), der Wald der „Herrschaft" (also des Fürsten) und die ausgedehnten Wälder der damaligen hessischen Graf-schaft Schaumburg.Der für Silixen zuständige Gendarm hatte seinen Sitz in Langenholzhausen. Viele der im Winter nahezu beschäftigungslosen, jungen Ziegler nutzten die Grenzlage Sili-xens und besserten das Familieneinkommen durch „Holzfrevel" (Holzdiebstahl) auf. In Zusammenhang mit einem Holzdiebstahl, der zu einer Zusammenrottung und Widersetzlichkeiten gegen Forstbeamte der Oberförsterei Langenholzhausen führte, kam es 1911 sogar zu einem Landfriedensbruch-Prozess. Der Gendarm in Langenholzhausen konnte in Silixen, besonders bei Dunkelheit, wenig anwesend sein.

Silixen eine Hochburg der Wilddieberei

Von Wilddieben werden viele Geschichten erzählt – heitere und ernste. Die meisten in dieser Gegend waren sehr arm und hatten oft Mühe, ihre Familien satt zu bekommen. So wollte sich auch der Flickschuster K. aus Silixen am Heiligabend noch einen Weihnachtsbraten imnahegelegenen Wald „besorgen". Zum Schuss kam er jedoch nicht, denn ihm kam der Förster in die Quere. K. trat, so schnell er konnte, den Rückzug an, doch der Förster rief ihm nach: „K., ich habe Sie erkannt!" Nun war guter Rat teuer, denn die Anzeige, das war klar, würde umgehend erfolgen. Doch manchmal ist Hilfe sehr nah. Vom Kirchturm tönten die Glocken und luden zum Abendgottesdienst ein. Dies war für K. die Möglichkeit, seinen Kopf doch noch aus der Schlinge ziehen zu können. Kurz entschlossen versteckte er seine Flinte, lief zur Kirche und setzte sich auf einen der vorderen Plätze, so dass er vom Pastor gesehen werden konnte.Nach den Feiertagen erfolgte bald die Vorladung zum Gericht. Zu seiner Verteidigung gab K. an, zur fraglichen Zeit im Abendgottesdienst gewesen zu sein. Der Herr Pastor könne das bezeugen – was der dann auch tat- Hier fand die Geschichte für K. vorerst ein glimpfliches Ende, denn er wurde frei gesprochen.

Die Geschichte  vom Flickschuster K.

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